Angebot – Theaterarbeit und szenisches Lernen

Theaterarbeit an der Schule

 

„Wisch, Boing, Zap“, rufen die Schüler, während sie im Kreis stehen. Erst wird reihum nach rechts geklatscht, dann werden schnell alle Plätze getauscht, plötzlich erstarren alle Schüler im „Freeze“. Jeder ist hellwach, konzentriert und in aufrechter Haltung. Es ist „Theaterzeit“!

Zeit, die Förder- und Theaterlehrerin Martina Blechner nutzen will, um mit verschiedenen Workshops die Schüler ganzheitlich zu erreichen.

Theaterpädagogische Workshops für alle Jahrgangsstufen

Seit diesem Schuljahr finden in regelmäßigen Abständen „Theaterpädagogische Workshops“ statt. Diese richten sich an alle Jahrgangsstufen und variieren in ihren Inhalten.

So wurde zum Beispiel am Anfang des Jahres der Workshop unter dem Motto „Mir san Mir“ angeboten.

Dabei sollten die Schüler als Klassenverband agieren, sich neu kennenlernen und gruppendynamische Erfahrungen machen.

So war zum Beispiel ein gemeinsames Ziel, einen Ball im Stehkreis einem Gegenüber zuzuwerfen, bewusst Blickkontakt aufzunehmen und den Namen laut auszusprechen. Immer schneller, immer wieder in der gleichen Reihenfolge. Schließlich kam noch ein weiterer Ball hinzu, die Schüler sollten in dieser Runde eine Frage zur Person stellen, sich die Antwort gut merken.

So lernt man schnell mehr über jeden Mitschüler kennen. Sehr schnell ist auch jedem klar, dass sich alle konzentrieren und aufmerksam sein müssen, um die Bälle zügig und richtig umherwandern zu lassen. Der Vorgang wiederholt sich solange, bis beide Bälle wieder angekommen sind. Meist passiert das mit einem gemeinsamen Jubelschrei. Schon fühlt sich jeder besser und integriert. Fast hat man das Gefühl, als würde man „eins“ werden.

Teamgeist erforderten auch weitere Übungen. So sollten sich die Schüler gegenseitig blind durch das Schulhaus führen oder mit einem Partner eine Spiegelübung erarbeiten und diese sogar präsentieren. Vertrauen, Gespür und eigenes Körperbewusstsein müssen die Teilnehmer dabei entwickeln. „Sich einlassen“ fällt oft nicht leicht und führt oft an eigene Grenzen. Meistens jedoch hört man nach diesen theaterpädagogisch geprägten Stunden, wie toll es doch war.

Weitere Workshops fokussieren die Themen Stimmbildung, Statusarbeit, Bewegung, Zeitungstheater oder Clownerie.

 


 

Zeitungstheater

 


 

Clownerie


Die Arbeit am „eigenen“ Clown ist ernsthafte Arbeit, bei der sich die Schüler durch ein neugieriges Verhalten das eigene Ich beleuchten. Emotionen spielen hier auch eine große Rolle. Ein „Falsch“ gibt es nicht. „Jeder Mensch ist ein Clown, aber nur wenige haben den Mut, es zu zeigen“ (Chalie Rivel)

 

 


 

Szenisches Lernen innerhalb des Unterrichts

Schülern einer fünften Klasse kommt außerdem seit Anfang dieses Schuljahres regelmäßig Theaterarbeit zugute. Sie werden einmal in der Woche unter den Gesichtspunkten des „szenischen Lernens“ geschult.

Szenisches Lernen gilt heute in allen Schularten und Fächern als wichtiges Element der Unterrichtsgestaltung und ist mittlerweile in den Lehrplänen verankert.

Als ganzheitliche Lehr- und Lernmethode, die mit theatral-performativen Verfahren arbeitet, zielt Szenisches Lernen nicht nur auf die Vermittlung von Inhalten im Fachunterricht ab, sondern konzentriert sich auch auf das soziale Lernen und die ästhetisch-kulturelle Bildung.

Die Schüler bleiben beim Szenischen Lernen konzentriert und motiviert, weil sie selbst aktiv sind. Sie finden ihre eigene Beziehung zur Welt und erleben sich als handlungsfähig.

Eingeübte Theatermethoden ermöglichen ein Erleben vieler Lerninhalte.

So werden zum Beispiel Märchen, Gedichte, geschichtliche Zusammenhänge, Wortarten, Kunstwerke oder auch berühmte Personen mit eingeübten Theatermethoden betrachtet.

Wenn die Methoden erst einmal eingeübt sind, sind die Kinder und Jugendlichen gleich bei der Sache. Ein Wort genügt und jeder ist in Bewegung. Lernen die Schüler zum Beispiel gerade ein Gedicht, so ist folgende Situation vorstellbar:

Die Kinder laufen im Raum umher, manche von ihnen mit dem ganzen Text, andere mit Satzstreifen. Es wird geflüstert, immer lauter gesprochen. Irgendwann sucht sich jeder einen Partner, stellt seinen Text oder Satz vor, neutral oder sogar emotional und betont. Ein farbiger Hocker wird plötzlich in die Mitte des Raumes gestellt. Jeder weiß Bescheid. Nacheinander steigen die Schüler auf den „Speakers Corner – Hocker“ und präsentieren ihren Satz mit großer Freude. Die anderen machen dabei keinen Mucks – natürlich nicht, schließlich wissen sie, wie schön es sich anfühlt, gehört zu werden und am Schluss noch einen Applaus zu erhalten.

 


 

Theaterproduktionen

Immer wieder gibt es Theaterproduktionen, die die Theaterlehrerin mit wechselnden Schülergruppen auf die Bühne bringt.

Die Künste sind die machtvollsten Bildungsmittel, die wir haben. „Theater muss sein“, so ist sich Martina Blechner sicher.

Zu positiv und anhaltend sind die bisherigen Erfahrungen.
Gerade Schüler mit Migrationshintergrund profitieren an der „Freude am Theatermachen“ sowie der ganzheitlichen Arbeit – in einer Arbeitsatmosphäre, die von Respekt, Vertrauen, Offenheit und Toleranz geprägt ist.

Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass unsere Dienste Cookies verwenden. Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen